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Bürgerinitiative Erhalt Prerower Strand, Dünen und Dünenwald e.V.


 

Einige Pressemitteilungen in der OZ zum Thema Hafen

/OZ/LOKAL/RIB vom 05.03.2011 00:00
 
Bagger am Nothafen Darßer Ort soll „Nacharbeiten“ erledigen
 
Beginnender Vogelzug sorgte im vergangenen Jahr für Zwangspause. Innerhalb von maximal sieben Tagen sollen jetzt noch 5000 Kubikmeter Sand und Schlick aus der Fahrrinne geholt werden. Das sorgt für neuen Ärger.

 

OZ-Bild
 

 

 

 

Seit gestern wird in der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wieder gebaggert. Es handelt sich um das Ende der 2010 begonnenen Arbeiten.

Foto: tri


Darß (OZ) - In der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wird seit gestern wieder gebaggert. Dabei handelt es sich nach Informationen aus dem Verkehrsministerium „um Nacharbeiten zu den im Jahr 2010 durchgeführten Baggerungen“, wie Pressereferent Sebastian Sahm auf Nachfrage mitteilt. Nach langem Hin und Her hatten sich Umweltverbände und Landesregierung zu einem Vergleich zur letztmaligen Baggerung der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort durchgerungen. Nachdem die Fahrrinne für den Rettungskreuzer „Theo Fischer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger erst einmal wieder passierbar war, musste der Bagger der Dänischen Madsen-Reederei zunächst wieder abdrehen. Grund: der beginnende Anflug der Zugvögel.

Nachdem der Bagger am Donnerstag als erstes die Eisschicht in der Fahrrinne zerkleinert hatte, begann gestern der Aushub. Laut Ministerium sollen es maximal 5000 Kubikmeter Sand und Schlick sein, die jetzt aus der Zufahrt zum Nothafen geholt werden. Seitens der Nationalparkverwaltung hieß es, dass das Unternehmen dafür maximal sieben Tage Zeit habe.

Kaum Aufschub haben die Restarbeiten nicht geduldet. Denn Ende des Monats muss der Rettungskreuzer zum turnusmäßigen Check in eine Werft nach Rostock. Weil seit Beginn der Baggerung aber schon wieder so viel Sand in die Fahrrinne gerutscht war, hätte die „Theo Fischer“ ihren angestammten Liegeplatz im Nothafen nicht wieder erreichen können, heißt es seitens der Besatzung. Schon jetzt sei die Zufahrt nur aufgrund regelmäßiger Durchfahrten mit dem Schiff freigehalten worden.

Verklappt wird das Baggergut laut Ministeriumssprecher „in unmittelbarer Nähe nach den örtlichen Gegebenheiten“. Im Klartext heißt das: Ein Gutteil des Sand-Schlick-Gemisches landet im Nothafen selbst. Dort wurde schon im vergangenen Jahr jede Menge Baggergut verklappt. Die aus dem Wasser ragenden Schlick-Berge erhielten schnell den Namen „Brosowski-Islands“. Die Ablagerung von Sand und Schlick aus der Fahrrinne zum Nothafen Darßer Ort sorgt schon wieder für neuen Ärger. So existiere dafür keine Umweltverträglichkeitsstudie ließ die Initiative für den Erhalt des Naturhafens Darßer Ort umgehend wissen. In dem zwischen Regierung und Umweltschützern ausgehandelten Vergleich heißt es, 15 000 Kubikmeter Baggergut können in den Hafen gekippt werden. Aber schon während der ersten Baggerphase seien rund 22 000 Kubikmeter Sand und Schlick im Nothafen verklappt worden. Ein Unding, heißt es seitens der Initiative, schließlich lägen auf dem Hafen vier Schutzstatus, die allesamt missachtet würden. Darum werde nun eine entsprechende Petition an die Europäische Union gerichtet.

Für den einstigen Leiter des Nationalparkamtes, Siegfried Brosowski, ist die klammheimlich begonnene Baggerung nicht nachvollziehbar. Nach dessen Kenntnisstand sei die Baggerung zwar mit der beschriebenen Unterbrechung, dann aber noch im vergangenen Jahr abgeschlossen worden.

Verklappt wird das Baggergut in unmittelbarer Nähe nach den örtlichen Gegebenheiten.“Information des Verkehrsministeriums
Timo Richter

 


/OZ/LOKAL/RIB vom 18.06.2010 15:05
 
Gemeindevertretung Prerow gegen Hafen-Neubau

 

 
 
Die Mehrheit der Prerower Gemeindevertreter lehnt den Bau eines Sportboot-Etappenhafens ab. Am Donnerstagabend stimmte das Gremium über einen entsprechenden Brief des Bürgermeisters Andreas Meller (fraktionslos) an Wirtschaftsminister Jürgen Seidel ab.
Prerow (OZ) - Im Klartext heißt das: Die Darßkommune steht für das Vorhaben trotz anderslautender Beschlusslage nicht länger zur Verfügung. Vor einer endgültigen Absage an das Ministerium solle jedoch noch einmal persönlich mit dem Minister geredet werden, heißt es in dem Schreiben.

Nach zwei Bürgerentscheiden hatten die Gemeindevertreter für den Bau eines Hafens mit maximal 250 Liegeplätzen im Bereich des östlichen Ortsausganges gestimmt. Bislang hatte die Kommune immer Zweifel an einem wirtschaftlichen Betrieb des Hafens geäußert.

Gebaut werden könnte der Hafen nun auf dem Gebiet der Gemeinde Born. Dort waren schon Planungen begonnen worden, die zugunsten eines Hafenbaus in Prerow ausgesetzt wurden. Auch Zingst steht für einen Hafenbau bereit. Das Seeheilbad hatte dem Bau eines sogenannten Inselhafens im Bereich des Experimentariums zugestimmt. Das Vorhaben wurde von der Landesregierung bislang aufgrund deutlich höherer Baukosten abgelehnt.

TIMO RICHTER
 

/OZ/LOKAL/RIB vom 27.03.2010 00:00

Chancen und Risiken

Auf einer Bürgerversammlung in Prerow stellten Fachleute ihre Sicht auf den Bau eines Sportboothafens im Ostseebad dar.

Prerow (OZ) - Bürgermeister Andreas Meller wurde nicht müde, zu betonen, dass eine Entscheidung für oder gegen den Bau des Sportboothafens nur fallen werde, wenn die Gemeindevertreter und die Prerower hinter dem jeweiligen Entschluss stünden. Das aber setze voraus, dass sie sich umfassend über das Vorhaben und seine Konsequenzen für das Ostseebad informieren könnten. An diesem Donnerstag Abend hatten sie bei einer Einwohnerversammlung im „Kiek in“ Gelegenheit dazu.
Prof. Thomas Rasmussen von der Fachhochschule Stralsund und Peter Zimmermann, Geschäftsführer der Ingenieur- und Wirtschaftsbüro GmbH Rostock, standen den Bürgern in Sachen Hafenneubau Rede und Antwort.

Zunächst gab Zimmermann eine umfassende Information über das Vorhaben, das 650 Meter östlich der Seebrücke entstehen soll. Er hob die günstige Lage des Hafens hervor. In einem Umkreis von 30 bis 32 Seemeilen befänden sich weitere Häfen mit rund 6000 Liegeplätzen, von denen aus Prerow in einem Tagestörn erreichbar sei. Der angedachte Hafen, der von der Uferlinie bis zum Molenkopf 470 Meter messe, sehe 250 Liegeplätze für Sportboote vor. Sie könnten an insgesamt drei je 200 Meter langen Stegen festmachen. Während an den westlichen Stegen Fischer und Angler anlegen sollen, seien die östlichen für Schiffe von Behörden und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie Fahrgastschiffe vorgesehen. Insgesamt werde die Hafenfläche 8,6 Hektar einnehmen, erklärte Zimmermann. Die Bruttofläche betrage 12,1 Hektar. 170 000 Kubikmeter Meeresboden seien auszubaggern, um die notwendige Wassertiefe von 3,5 bis vier Meter zu erreichen. Der ausgebaggerte Sand werde links und rechts der Molen angespült.

Peter Zimmermann ging abschließend auf die Wirtschaftlichkeit des Hafens ein. Ein künftiger Betreiber habe neben Personal-, Betriebskosten und Kosten für Reparatur und Wartung auch für den Abtransport der Sedimente zu sorgen, was vermutlich durchschnittlich mit 100 000 Euro pro Jahr zu Buche schlage.

Prof. Thomas Rasmussen nahm sich des touristischen Aspekts des Hafenbaus an. Ebenso wie sein Vorredner verzichtete er dabei auf eine Bewertung des Vorhabens. „Hier geht es um die Chancen und Risiken, die der Hafen für Prerow in sich birgt.“ Als besonders wichtig hob der Wissenschaftler hervor, dass der Hafen mindestens über 385 Liegeplätze verfügen müsse. Eine Zahl, die aus dem Vergleich mit anderen deutschen Sportboothäfen resultiert. „Ansonsten brauchen sie keinen Betreiber, sondern einen Sponsor!“, formulierte er es sehr markant.

Sehr umfangreich war seine Analyse von Chancen und Risiken, Stärken und Schwächen des Standorts. Zu den Stärken zählte Zimmermann die hohe Förderung durch die Landesregierung, die hervorragende seeseitige Erreichbarkeit und eine hohe Zahl an Zwangskunden durch die Etappenverkürzung zwischen Warnemünde und Stralsund. Als Chancen führte der Experte wachsenden Transitverkehr, steigendes Interesse am Hafen durch Tagesbesucher und Touristen sowie den beabsichtigten Ausbau des Stralsunder Hafens an.

Auf die Schwächen eingehend, verwies er unter anderem auf die schlechte landseitige Erreichbarkeit, unzureichende Wirtschaftlichkeit des Hafens, seine Lage außerhalb des Ortes und die Höhe der Betriebskosten durch den notwendigen Sedimenttransport.

Zu möglichen Risiken stellte Thomas Rasmussen fest, dass ein Schrumpfen des Marktes ebenso wie ein gravierender Gästeverlust im Bereich des Möglichen läge. Es könne auch passieren, dass sich kein Betreiber für den Hafen fände und er zu einer „Investruine in bester Strandlage“ werde.

Informationen unter www.ostseebad-prerow.de

WERNER GESKE


OZ/MANTEL/MV vom 13.03.2010 00:00

Seenotrettungskreuzer ist zurück im Nothafen

Prerow (dpa) - Nach knapp zweieinhalb Jahren Zwangspause liegt der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ wieder im Nothafen Darßer Ort. Die vier Mann Besatzung stünden seit Donnerstagabend für Rettungseinsätze auf der Ostsee bereit, sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Andreas Lubkowitz, gestern. „Jetzt wollen wir sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Wir hoffen, dass das ein Zustand ist, der von größerer Dauer geprägt sein wird.“ Die versandete Hafenzufahrt war in den vergangenen Wochen ausgebaggert worden. Umweltschützer hatten dies als Eingriff in die Kernzone des Nationalparks abgelehnt.

/OZ/LOKAL/RIB vom 13.03.2010 00:00

Kreuzer liegt im Nothafen

Darß (OZ) - Der Rettungskreuzer „Theo Fischer“ ist am späten Donnerstagnachmittag wieder in den Nothafen Darßer Ort eingelaufen. Darüber wurde während der Sitzung der Prerower Gemeindevertreter informiert. Seitens der Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hieß es gestern, dass die Wassertiefe innerhalb der Fahrrinne für die „Theo Fischer“ ausreichend sei.
Nachdem die Passage der Hafenzufahrt nicht mehr möglich war, wurde die „Theo Fischer“ in den Ausweichhafen Barhöft verlegt. Die Seenotretter hatten immer wieder auf die zügige Ausbaggerung gedrängt.
Die Wege von Barhöft zum Haupteinsatzgebiet im Bereich der Kadet-Rinne seien zu weit und kosteten möglicherweise Menschenleben, weil die Retter nicht rechtzeitig vor Ort sein könnten. TRI


/OZ/LOKAL/RIB vom 12.03.2010 00:00

Reichlich Sand im Getriebe

Ein Prerower Meeresbiologe kritisiert die Verklappungspraxis. Schwerin widerspricht.

Prerow (OZ) - Das Hickhack um den Sand aus der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort geht weiter. Von dem Prerower Meeresbiologen Dr. Burkhart Günther wird im Zusammenhang mit der Verklappung von Baggergut im Nothafen selbst sowie in der Kernzone 2 unmittelbar vor dem Nordstrand die Zerstörung eines Ökosystems beklagt. Die Verklappung erfolge im Übrigen ohne FFH- oder Umweltverträglichkeitsprüfung, heißt es in einem Schreiben an Landes-Umweltminister Till Backhaus. Es wird gar die Frage aufgeworfen, inwieweit sich für die Baggerung Zuständige nach Bundesnaturzschutzgesetz strafbar gemacht hätten. Günther erhebt den Vorwurf, die Angelegenheit solle im Ministerium ausgesessen werden, weil das Schreiben erst auf deutliche Nachfrage hin beantwortet worden sei.
Seitens des Ministeriums werden die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurückgewiesen. Die Verklappung des Sediments aus der Zufahrt würde demnach nicht in den mit Wasserpflanzen bewachsenen Flachwasserzonen im Uferbereich des Hafens erfolgen. Die strandnahe Ablagerung von rund 20 000 Kubikmetern Baggergut diene nur dazu, den ansonsten unwiederbringlichen Materialverlust zu verhindern beziehungsweise zu minimieren.
Für den Biologen ist die Antwort aus Schwerin völlig unzureichend. Es müsse die Frage erlaubt sein, wie man eine über Jahrhunderte gewachsene Unterwasserlandschaft pflege, in dem man sie zuschütte.
Geradezu haarsträubend wertet der Prerower den Verweis aufs Landesnaturschutzgesetz, wonach behördlich durchgeführte oder angeordnete Maßnahmen zur Entwicklung und Pflege von geschützten Gebieten und Gegenständen nicht als Eingriff in die Natur gewertet würden. Handlungen, die zu einer Zerstörung bestimmter Biotope führen könnten, seien verboten.
TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 03.03.2010 00:00

Gift-Schlick im Nothafen verklappt?

Prerow/Schwerin/Stralsund (OZ) - Während Verkehrsminister Volker Schlotmann gestern noch frohlockte, der Nothafen Darßer Ort wäre voraussichtlich noch in diesem Monat wieder frei, ging nahezu zeitgleich eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Schadstoffeintrages in den Nothafen bei der Stralsunder Staatsanwaltschaft ein.

Diese stellte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Erhalt Prerower Strand, Dünen und Dünenwald und Vorstandsmitglied des Schutzvereins zum Erhalt des Naturhafens Darßer Ort, Ralf Lohmeyer. „Am Montag, 10.40 Uhr, wurde die erste Ladung in den Ottosee gekippt“, resümiert Lohmeyer. Dabei habe es sich um eine schwarze, stinkende Masse gehandelt. Seitens der Initiative wird befürchtet, dass darin Schwefelwasserstoffverbindungen enthalten seien, die jegliches Leben auf dem Grund des Hafens abtöten würden.

Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft habe leider nicht zur Folge, dass die Arbeiten bis zur Klärung des Vorwurfs ausgesetzt würden, sagte Lohmeyer. Er zeigte sich entsetzt, wie Umweltschutzverbände in der Kernzone des Nationalparks den Garaus jeglichen Lebens auf dem Meeresgrund hinnehmen würden. Die Verklappung eines Teils des Baggergutes im Hafenbecken geht auf einen Vergleich der Landesregierung mit Umweltschutzverbänden zurück.

Die Baggerarbeiten kommen nach Darstellung Schlotmanns nach der mehrwöchigen Unterbrechung wegen des stürmischen und kalten Wetters wieder gut voran. „Der Durchstich zum Hafen ist seit Anfang dieser Woche geschafft“, hieß es aus dem Verkehrsministerium. Nun werde mit Hochdruck daran gearbeitet, dass der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ noch im März wieder im Nothafen Darßer Ort stationiert werden könne. Das Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger könne den Hafen in etwa drei Wochen wieder anlaufen, wenn das Wetter mitspiele.

Nach der Baggerung werden Molenfeuer und Richtfeuer zugeschaltet, sodass der Nothafen sicher angelaufen werden kann. Der Nothafen dient laut Schlotmann der Seenotrettung. „Segler dürfen ihn nicht als Etappenhafen nutzen.“ TRI


/OZ/MANTEL/MV vom 03.03.2010 00:00

Nothafen Darßer Ort noch im März wieder frei

Schwerin (OZ/dpa) - Die Zufahrt zum umstrittenen Nothafen Darßer Ort auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst wird voraussichtlich noch im März wieder befahrbar sein. Nach mehrwöchiger Unterbrechung wegen des kalten und stürmischen Wetters kommt die Baggerung wieder gut voran, sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) gestern in Schwerin.

„Der Durchstich zum Hafen ist seit Anfang dieser Woche geschafft.“ Unterdessen hat der Vorsitzende der Bürgerinitiative Erhalt Prerower Strand, Dünen und Dünenwald, Ralf Lohmeyer, gestern bei der Staatsanwaltschaft Stralsund Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts des Schadstoffeintrages in den Nothafen gestellt.


/OZ/LOKAL/RIB vom 06.02.2010 01:00

Regierung prüft Hafenbau in Zingst

In Zingst könnte der Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort entstehen, weil ein Gerichtsbeschluss Alternativen zu Prerow fordert.

Zingst/Schwerin/Prerow (OZ) - Das Seeheilbad Zingst ist bei der Suche nach einem Standort für den neuen Hafen wieder mit im Spiel. Vertreter des Verkehrsministeriums sprachen jüngst bei Bürgermeister Andreas Kuhn vor und baten, das begonnene Raumordnungsverfahren auf Zingst ausweiten zu dürfen. Die Gemeindevertreter des Seeheilbades werden während ihrer Sitzung am 25. Februar über einen entsprechenden Beschluss abstimmen.

Der Bitte aus Schwerin, Zingst möge sich kontinuierlich an dem Verfahren beteiligen, will Andreas Kuhn nur zu gerne entsprechen. Denn schon vor geraumer Zeit hat sich die Kommune entschlossen, den Bau eines sogenannten Inselhafens westlich der Seebrücke in Höhe des Experimentariums zu ermöglichen. Ein Küstenhafen, so wie er derzeit in Prerow zur Diskussion steht, stehe in Zingst nicht zur Debatte, sagte der Bürgermeister, dem die insgeheime Freude anzumerken ist, wieder mit im Boot zu sitzen.

Bemerkenswert empfand es das Zingster Gemeindeoberhaupt, dass nicht die Kommune als Bittstellerin an die Türen des Verkehrsministeriums klopfte, sondern dass umgekehrt die Landesregierung von sich aus auf Zingst zugekommen sei. Denn eigentlich war Zingst mit der Zustimmung allein für einen Inselhafen schon außen vor. Dessen Realisierung, hieß es damals aus Schwerin, scheitere an den erheblichen Zusatzkosten im Vergleich mit einer Variante direkt an der Küste.

Mit der Ausweitung des Raumordnungsverfahrens werde ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Greifswald umgesetzt, relativiert dagegen die Sprecherin des Verkehrsministeriums, Julia Hasse. Demnach sei die Landesregierung angehalten, für den Ersatzhafen des Nothafens Darßer Ort ein Raumordnungsverfahren „mit Standort- und Projektalternativen“ durchzuführen. Prerow und Zingst würden in dieser Frage gleichrangig behandelt, so die Ministeriumssprecherin. Die Erweiterung des Verfahrens auf die Gemeinde Zingst sei ausdrücklich keine Vorentscheidung für oder gegen eine der beteiligten Kommunen. „Das Raumordnungsverfahren wird ergebnisoffen durchgeführt“, konstatiert Julia Hasse.

Als böses Omen sieht Prerows Bürgermeister Andreas Meller die Erweiterung der Standortsuche für den Neubau eines Hafens nicht. Er gehe davon aus, dass seitens des Ministeriums für den Hafenbau weiterhin mit Prerow geplant werde. Vor einem endgültigen Beschluss in der Gemeindevertretung müssten aber sämtliche Unterlagen diskutiert werden. So werde derzeit an einer touristischen Stellungnahme gefeilt. Inzwischen nähere sich die Prüfung der Unterlagen aber dem Abschluss. Dann stehe eine ausführliche Diskussion innerhalb der Gremien der Gemeindevertretung an. Ein dann notwendiger Beschluss der Gemeindevertreter müsse die Meinung der Bevölkerung zu dem Hafenneubau widerspiegeln.

TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 09.01.2010 00:00

Hafenbau: Schwerin erhöht Druck

Kurzfristig abgesagt wurde ein Besuch von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel in Prerow. Die Regierung drängt auf Hafenplanungen.

Prerow/Schwerin (OZ) - Dass Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) einen für diese Woche geplanten Besuch in Prerow kurzfristig ohne Begründung absagte, ficht Bürgermeister Andreas Meller kaum an. Das Thema Hafenneubau — das stand auf der Agenda Seidels — werde in Prerow bearbeitet. „Wir sind aus den Puschen gekommen“, konstatiert der Bürgermeister. Weil aber beispielsweise die Umweltstudie erst Anfang Dezember im Ostseebad landete, werde eben noch etwas Zeit benötigt. Und dann sind da immer noch die Zweifel an einem wirtschaftlichen Betrieb des neuen Hafens. Die Kommune jedenfalls will später einmal nicht in die Bresche springen müssen. Und: Prerow lasse sich auf keinen Fall unter Druck setzen.

Der bislang offenbarte Arbeitseifer der Darß-Kommune wird in Schwerin offensichtlich ganz anders bewertet. „Wir wünschen uns eine Gemeinde, die nicht nur beschließt, sondern auch plant“, sagt Ministeriumssprecher Gerd Lange — wohlwissend, dass es auch Alternativen zu einem Standort in Prerow gibt. Born hatte zugunsten Prerows eigene Planungen für einen neuen Außenhafen westlich des Bernsteinweges lediglich ausgesetzt. Und in Zingst gilt weiterhin die Beschlusslage, wonach dort ein Inselhafen gebaut werden könnte. Diese Variante ist seitens der Landesregierung seinerzeit wegen zu hoher Kosten ausgeschlossen worden. Doch der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn sieht der aktuellen Entwicklung erst einmal „gelassen entgegen“.

Seitens der Landesregierung besteht die Bereitschaft, den Hafenbau auf Prerower Gebiet zu unterstützen. Allerdings wird die Zeit immer knapper. Derzeit erfolgt die letzte Baggerung der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort. Und es ist schon jetzt absehbar, dass die Zufahrt bald schon wieder versandet sein wird. Lange verweist auf die Bedeutung eines Hafens zwischen Warnemünde und Barhöft nicht nur für die Stationierung eines Seenotrettungskreuzers. Der Hafen diene dem Tourismus, schaffe zusätzliche Arbeitsplätze.

In Richtung Prerow jedenfalls zielt die Bemerkung des Ministeriumssprechers, die zugesagte Förderung „ist nicht ewig da“. Schließlich werden für die finanzielle Unterstützung des Hafenbaus Geldquellen der Europäischen Union ebenso angezapft wie solche der Bundesregierung.

Die Kommune, so lautet ein dezenter Hinweis aus dem Wirtschaftsministerium, befinde sich bei der Verteilung der Mittel im Wettbewerb mit Vorhaben anderer Gemeinden. Bestimmte Fördertöpfe, aus denen Geld für den Hafenbau kommen soll, seien absehbar schon bald geschlossen.

TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 02.12.2009 11:29

Bürgermeister wehren sich

Die Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort soll weiter ausgebaggert werden.

Als unverfrorene Erpressungsversuche werten die Bürgermeister von Born und Prerow das Agieren von Umweltverbänden im Zusammenhang mit dem Nothafen Darßer Ort.

Darß (OZ) - In einer gemeinsamen Presseerklärung hatten die Umweltstiftung WWF und die Umweltschutzorganisation BUND den Kompromiss um die erneute Baggerung der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort als Erfolg gefeiert. Der Nothafen, hieß es in der Erklärung, werde eine Seenotrettungsstation. Und nur das, denn in dem Kompromiss mit der Landesregierung wurde auch zugestanden, dass ein Teil des Baggergutes im Hafenbecken verklappt werden darf. Dieser Teil des Sandes aus der Hafenzufahrt, schrieben BUND und WWF, werde zur Umgestaltung des Hafenbeckens als Strandsee genutzt.

Diese Einschätzung stößt bei den beiden größten Darßgemeinden, Born und Prerow, auf Unverständnis. In einer gemeinsamen Erklärung konstatieren Borns Bürgermeister Gerd Scharmberg sowie Prerows Gemeindeoberhaupt Andreas Meller, bestehendes Recht und der Schutz von Menschenleben hätten bei einigen Funktionären von WWF Deutschland und BUND MV wenig Bedeutung. Die Bürgermeister verweisen auf die Nationalparkverordnung, in der in Paragraf 7 festgeschrieben sei, „dass Maßnahmen zur Abwendung von Gefahren für Leib und Leben von Menschen auch im Nationalpark zugelassen sind“. Im selben Paragrafen werde sowohl die Baggerung der Fahrrinne, als auch die Nutzung des Darßer Ort als Nothafen als uneingeschränkt zulässig bewertet.

Die Umweltstiftung WWF als vom Land beauftragte Betreiberin des Nothafens hätte und habe also die Pflicht, den Hafenbetrieb sicherzustellen, unterstreichen Scharmberg und Meller. „Stattdessen klagt der WWF gegen seinen Auftraggeber, das Land MV. Jeder andere Auftragnehmer hätte dafür die Kündigung erhalten.“

Überzeugt sind die Bürgermeister der beiden Darßgemeinden, dass es ausschließlich auf die Tätigkeit von Funktionären des WWF und anderer Umweltverbände zurückzuführen sei, dass der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ den Nothafen schon seit langem nicht mehr nutzen könne. Nachdem die Landesregierung auf Druck der Öffentlichkeit endlich die Baggerung der Zufahrt beauftragt habe, sei mit der Klage die Funktionsfähigkeit wiederum verzögert worden. Mit dem „Einlenken“ der Landesregierung sei das Ende des für den Segeltourismus so wichtigen Hafens mittelfristig in Kauf genommen worden.

WWF und BUND verschwiegen aber bei ihrem „Erfolg“ der letztmaligen Baggerung laut Scharmberg und Meller, dass die Zufahrt in wenigen Monaten wieder versandet sein werde. Segler und Fischer könnten den Hafen im Notfall nicht mehr anlaufen „und der Standort des Seenotrettungskreuzers ist absolut nicht gesichert“. Die Demagogie der Verbände gipfele darin, dass Kommunalpolitiker, Wassersportler und Landespolitiker als die Schuldigen gegenüber der Natur ausgemacht würden. Der WWF-Ostseeexperte Jochen Lamp wird zitiert, „die möchte man jetzt unter Druck setzen“.

Das wollen sich weder Scharmberg noch und Meller gefallen lassen. „Als angesprochene Kommunalpolitiker fragen wir uns angesichts dieser unverfrorenen Erpressungsversuche, wie unter solchen Umständen ein sach- und fachgerechtes Planverfahren zur Schaffung eines Standortes für einen möglichen Ersatzhafen ablaufen soll.“ Viele Bürger hätten schon seit sehr vielen Jahren ein immer stärker werdendes unbehagliches Gefühl, wenn sie Begriffe wie WWF und andere hörten. Dafür äußern die beiden Bürgermeister Verständnis. Die Äußerungen aus den Verbänden bestätigten die schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich der tatsächlichen Absichten von WWF und BUND.

Scharmberg und Meller fordern ein Ende „mit dem scheinbar allumfassenden Nachgeben gegenüber den Umweltverbänden“. Demokratisch legitimiert sei der Landtag, sei die Landesregierung – aber „keineswegs elitäre Organisationen, deren Mitgliederzahlen im kaum messbaren Promillebereich liegen“. Ob und wie Alternativen zum Hafen Darßer Ort umgesetzt werden könnten, sei allein mittels eine Raumordnungsverfahren zu beurteilen. Im Zuge des – derzeit laufenden – Verfahrens müsse geprüft werden, welche dauerhaften Auswirkungen ein Alternativhafen auf die Natur und das Landschaftsbild, die Wirtschaft, den Tourismus und die kommunalen Kassen haben werde.

Umweltverbänden im Zusammenhang mit dem Nothafen Darßer Ort.

Von TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 21.11.2009 00:00

Nothafen: Ab Montag wird wieder gebaggert

Darß/Schwerin Der Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Ausbaggerung der versandeten Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wurde mit einem Vergleich beendet. Ab Montag wird wieder gebaggert, hieß es gestern aus dem Schweriner Verkehrsministerium. Das Ministerium sowie die Umweltstiftung WWF schlossen sich dem Vergleichsvorschlag des Greifswalder Verwaltungsgerichts an, wonach nun 15 000 Kubikmeter Sand im Nothafen selbst verklappt werden. Der Ausschreibung zufolge sollen 50 000 Kubikmeter Sand aus der Fahrrinne gebaggert werden. Der übrige Sand verbleibe im Nationalpark oder werde außerhalb verklappt.

Verkehrsminister Volker Schlotmann zufolge bleibe im Nothafen dennoch eine Wassertiefe von mindestens drei Metern gewährleistet. So sei die Bewegungsfreiheit des Seenotrettungskreuzers „Theo Fischer“ nicht beeinträchtigt. Außerdem könnten Havaristen in den Hafen geschleppt werden. Für in Seenot geratene Sportboote reiche die Wassertiefe aus. Dem Vergleichsvorschlag sei zugestimmt worden, damit die Baggerung schnellstmöglich weitergehe und der Seenotrettungskreuzer in der kommenden Saison wieder im Nothafen stationiert werden könne, sagte Schlotmann. „Es geht um die Rettung von Menschenleben, nicht darum, wer Recht hat.“ In Prerow hat der Vergleich zu einem Aufschrei von Naturschützern geführt. Durch die Verklappung des Baggergutes im Hafenbecken werde eine Flora und Fauna vernichtet, die sich in den vergangenen 50 Jahren gebildet habe. Dass dies von Naturschützern gewollt sei oder zumindest in Kauf genommen werde, sorgt in dem Ostseebad für Verbitterung. TRI


/OZ/LOKAL/RIB vom 20.11.2009 17:35

Kompromiss zu Nothafen Darßer Ort steht

Die Bagger können wieder anfangen: Der Sand aus dem Nothafen Darßer Ort soll an drei Stellen verklappt werden.

Die Ausbaggerung des Darßer Nothafens kann am Montag fortgesetzt werden. Ein Ort für die Ablagerung des Sandes scheint gefunden.


Prerow/Schwerin/Rostock (OZ) - Der Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Ausbaggerung der versandeten Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wurde mit einem Vergleich beendet. Ab Montag wird wieder gebaggert, hieß es gestern aus dem Schweriner Verkehrsministerium. Das Ministerium und die Umweltstiftung WWF schlossen sich dem Vergleichsvorschlag des Greifswalder Verwaltungsgerichts an, wonach nun 15000Kubikmeter Sand im Nothafen selbst verklappt werden. Der Ausschreibung zufolge sollen 50 000 Kubikmeter Sand aus der Fahrrinne gebaggert werden. Der übrige Sand verbleibe im Nationalpark oder werde außerhalb verklappt.

Verkehrsminister Volker Schlotmann zufolge bleibe so eine Wassertiefe von mindestens drei Metern gewährleistet. So sei die Bewegungsfreiheit des Seenotrettungskreuzers „Theo Fischer“ nicht beeinträchtigt. Außerdem könnten Havaristen in den Hafen geschleppt werden. Für in Seenot geratene Sportboote reiche die Wassertiefe aus, so Schlotmann.

Dem Vergleichsvorschlag sei zugestimmt worden, damit die Baggerung schnellstmöglich weitergehe und der Seenotrettungskreuzer in der kommenden Saison wieder im Nothafen stationiert werden könne, sagte Schlotmann. „Es geht um die Rettung von Menschenleben, nicht darum, wer Recht hat.“

In Prerow hat der Vergleich zu einem Aufschrei von Naturschützern geführt. Durch die Verklappung des Baggergutes im Hafenbecken werde eine Flora und Fauna vernichtet, die sich in den vergangenen 50 Jahren gebildet habe. Dass dies von Naturschützern gewollt sei oder zumindest in Kauf genommen werde, sorgt in dem Ostseebad für Verbitterung.


/OZ/LOKAL/RIB vom 12.11.2009 00:00

Baggerarbeiten vor Nothafen ausgesetzt

Bis zur Entscheidung des Gerichts hat die Landesregierung die Baggerung vor dem Nothafen ausgesetzt. Der WWF hatte wegen Sandklaus geklagt.

Darß Die Schiffe der dänischen Spezialreederei Madsen haben das Gebiet vor dem Darßer Ort wieder verlassen. Die Baggerarbeiten in der Zufahrt zum Nothafen inmitten des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft sind ausgesetzt worden. Während auf Nachfrage im Schweriner Verkehrsministerium erst die schlechte Witterung am Wochenende für den Abzug der Schiffe genannt wurde, sagte Pressesprecherin Julia Hasse später: Die Landesregierung will sich erst einmal mit der Umweltstiftung WWF einigen.

Der World Wide Fund for Nature hat gegen die Baggerung Rechtsmittel eingelegt, weil das Baggergut nicht innerhalb des Nationalparks verklappt werde, sondern rund zehn Kilometer von der Baggerstelle entfernt (die OZ berichtete). „Sandklau im Nationalpark“ nennt der WWF den Vorwurf. Jochen Lamp, WWF Ostsee-Experte, fordert, dass das Baggergut zur Wiederherstellung eines Teils des ehemaligen Strandsees im Hafenbecken genutzt wird. Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund hatten dafür sogar schon das Becken des Nothafens Darßer Ort vermessen.

Bis Ende dieser Woche ist die Baggerung ausgesetzt. Im Verkehrsministerium wird inständig gehofft, dass in dem Eilverfahren bis zum Wochenende eine Entscheidung fällt. Gleichzeitig sei man aber auch bemüht, mit dem WWF außergerichtlich eine Einigung zu erzielen, sagte Julia Hasse. Gespräche liefen.

Bei den Seenotrettern stößt die Entscheidung der Landesregierung auf völliges Unverständnis. Bernd Wittkowski, zweiter Vormann auf dem Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, wettert gegen die Umweltschutzverbände. „Diese Leute verarschen nicht nur uns, sondern auch die Landesregierung. Diese Regierung lässt sich von diesen grünen Fuzzis auf der Nase herumtanzen.“ Wittkowski kritisiert, dass von den Umweltschutzverbänden die Arbeit der Seenotretter nicht ernst genommen werde. Er sei tief verbittert, weil denen ein Sandkorn wichtiger als ein Menschenleben sei.

Menschen würden möglicherweise noch leben, wenn Hilfe schneller vor Ort gewesen wäre. Außerdem seien während der Saison etliche Yachten gestrandet, weil die Seenotretter die Havaristen nicht frühzeitig erreicht hätten.

Auch Prerows Bürgermeister Andreas Meller, gegenüber den Umweltverbänden ebenfalls sehr kritisch eingestellt, gab lediglich ein kurzes Statement ab. In Richtung der Funktionäre der Umweltverbände sagte er, „die Pseudo-Naturschützer stellen sich über Menschenleben“.

Andreas Meller verweist in diesem Zusammenhang auf die immer noch gültige Nationalparkverordnung. Darin sei ganz klar festgeschrieben, dass der Betrieb des Nothafens Darßer Ort zulässig sei. Und:

Auch eine Baggerung der Fahrrinne sei zulässig. Dies solle während der Auseinandersetzung nicht vergessen werden.


TIMO RICHTER


/OZ/MANTEL/TITEL vom 12.11.2009 00:00

Bagger-Stopp am Darßer Nothafen

Prerow (OZ) - Die Baggerarbeiten für die Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort sind vorerst eingestellt worden. Die Landesregierung hat die Baggerung bis zu einer Entscheidung des Greifswalder Verwaltungsgerichts ausgesetzt. Die Umweltstiftung WWF hatte gegen den erneuten Ausbau des Nothafens im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ geklagt. Sie hatte Rechtsmittel eingelegt, weil das Baggergut nicht innerhalb des Nationalparks, sondern rund zehn Kilometer entfernt verklappt wurde.

Das Schweriner Verkehrsministerium drängt auf eine außergerichtliche Einigung mit der Umweltstiftung.


OZ/LOKAL/RIB vom 06.11.2009 13:22

Bagger rücken im Darßer Nothafen an

Rund 50 000 Kubikmeter Sand sind aus der Fahrrinne zu entsorgen.

Prerow/Stralsund/Schwerin (dpa/ddp) - Zum wiederholten Mal wird der Nothafen Darßer Ort bei Prerow von eingeschwemmtem Sand befreit. Am Freitag begannen Schiffe einer dänischen Spezialreederei damit, die Fahrrinne vor der Hafenzufahrt erneut auszubaggern, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums.

«Es wird von 6.00 bis 18.00 Uhr gebaggert.» Die Maschinen arbeiteten sich durch die Fahrrinne schrittweise bis ins gesperrte Hafenbecken vor. Im Frühjahr soll wieder ein Seenotrettungskreuzer auf dem Darß stationiert werden.

Die Instandsetzung des Hafens im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ war in den vergangenen Monaten in der Region heftig umstritten. Während Politiker die Instandsetzung der Zufahrt für einen Seenotrettungskreuzer forderten, mahnten Umweltschützer die Renaturierung des ehemaligen Strandsees an. Die Umweltstiftung WWF geht gerichtlich gegen den erneuten Ausbau vor. Die Organisation habe beim Verwaltungsgericht Greifswald Klage gegen die Landesregierung eingereicht, sagte WWF-Projektleiter Jochen Lamp in Stralsund.

Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sagte, die Stationierung am Darßer Ort mitten im Nationalpark werde keine Dauerlösung sein. Bis zur Fertigstellung eines neuen Hafens in Prerow müsse aber die Seenotrettung vor dem Fischland-Darß gesichert sein.


/OZ/MANTEL/MV vom 21.10.2009

Zufahrt zum Nothafen wird jetzt ausgebaggert

Schwerin (dpa) - Die Zufahrt zum gesperrten Nothafen am Darßer Ort wird ab November nochmals ausgebaggert. Wie Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD)


gestern weiter mitteilte, leitete er zudem das Raumordnungsverfahren für einen neuen Hafen in Prerow auf dem Darß ein. Die Baggerung dauere bis Anfang nächsten Jahres. Das Baggergut werde nordöstlich der Prerowbank verklappt und nicht direkt im Nothafen, wie von Naturschutzverbänden gewünscht. Die Kosten werden auf rund 600 000 Euro geschätzt. „Rechtzeitig vor der neuen Saison wird der Seenotrettungskreuzer wieder im Nothafen liegen“, versicherte Schlotmann.

Die Stationierung im Nothafen werde keine Dauerlösung sein. Neben dem Menschenschutz müsse im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft endlich auch dem Naturschutz Priorität eingeräumt werden, sagte Schlotmann. Zudem sei mit der Ausbaggerung den Seglern nicht geholfen, die eine Zwischenstation zwischen Warnemünde und Barhöft anlaufen wollten. Am Darßer Ort dürften nur Boote in Not ankern. Es gehe daher darum, das Segelrevier attraktiv und sicher zu machen. Dies gelinge nur mit einem neuen Hafen.


/OZ/LOKAL/RIB vom 21.10.2009 00:00

Baggergut landet weiter nördlich

Die Baggerung im Nothafen Darßer Ort beginnt im November. Zeitgleich wird ein Raumordnungs- verfahren für den neuen Hafen eingeleitet.

Darß Gegner oder Befürworter von Baggerung im Nothafen Darßer Ort und / oder Bau eines Hafens in Prerow haben jetzt eine konkrete Adresse für Hinweise und Kritiken: Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, Schloßstraße, Schwerin. Denn seit gestern ist es amtlich: Es wird in November gebaggert und zeitgleich wird das Raumordnungsverfahren für den Hafen Prerow eröffnet.

In einer Pressemitteilung heißt es deutlich: „Der Seenotrettungskreuzer muss so bald wie möglich wieder im Nothafen Darßer Ort stationiert werden, damit Menschen in Seenot vor dem Darß so schnell wie möglich gerettet werden können“.

Man sei sich bewusst, dass die Stationierung im Nothafen dennoch keine Dauerlösung sein wird, denn neben dem Menschenschutz müsse im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft endlich auch dem Naturschutz Priorität eingeräumt werden. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD): „Deshalb habe ich heute gleichzeitig mit dem Startsignal für die Baggerung auch das Raumordnungsverfahren für den neuen Hafen in Prerow eingeleitet“. Bei dem Verfahren werden alle Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt. Alle Beteiligten haben Gelegenheit zur Stellungnahme. Schlotmann verspricht: „Die Stellungnahmen fließen in das Verfahren ein. Darüber hinaus werden mehrere Beratungen mit Kommunalvertretern vor Ort stattfinden“. Ziel sei es, endlich die Voraussetzungen für die Planung des neuen Hafens in Prerow zu schaffen.

„Mit der Ausbaggerung allein ist den vielen Seglern, die gern eine Zwischenstation zwischen Warnemünde und Barhöft anlaufen wollen, nicht geholfen. Denn dort dürfen nur Boote in Not ankern. Es geht aber darum, das Segelrevier für Urlauber, auch für Familien, attraktiv und sicher zu machen. Das gelingt nur mit einem neuen Hafen“, so Schlotmann. Er betonte: „Mir ist bewusst, dass die Planungen nicht bei jedem in der Region auf Zustimmung stoßen. Wir wollen eng mit der Gemeinde zusammenarbeiten. Es geht aber jetzt darum, einen Schritt weiter zu kommen. Das tun wir mit dem Beginn des Raumordnungsverfahrens. Damit schlägt nun auch die Stunde der Wahrheit für die bisherigen Gegner eines neuen Hafens in Prerow: Wollen sie den Naturschutz im Nationalpark respektieren? Wollen sie konstruktiv zur Planung eines Hafens beitragen, der zu Prerow passt und den Wassertourismus in der Region fördert? Ich hoffe auf eine sachliche Debatte.“ Die Baggerung wird Anfang November beginnen und bis Anfang nächsten Jahres dauern, heißt es aus Schwerin. „Rechtzeitig vor der neuen Saison wird der Seenotrettungskreuzer wieder im Nothafen liegen“, verspricht Schlotmann. Eine frühere Baggerung war aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Das Baggergut wird nordöstlich der Prerowbank verklappt.

Schlotmann dankte insbesondere den Naturschutzverbänden: „Der Dialog der vergangenen Monate war sehr konstruktiv, auch wenn er nicht zu der von den Verbänden gewünschten Lösung geführt hat. Wegen der jahrelang ungelösten Hafensituation auf dem Darß auf Kosten des Naturschutzes habe ich großes Verständnis für Forderungen nach einer Verklappung von Baggergut im Nothafen“. Hauptsächlich habe er wegen der Gefahr weiterer Notfälle diesmal anders entschieden. „Klar ist für mich aber, dass das Problem nun wirklich gelöst und nicht wie in den vergangenen Jahren immer weiter verschleppt werden darf.“

MARGITTA SONNENBERG


/OZ/LOKAL/RIB vom 13.10.2009

Nothafen wird zugeschüttet

Der Sand aus der Fahrrinne zum Nothafen Darßer Ort soll im Hafen selbst verklappt werden. Der WWF will damit ein Spiel auf Zeit der Kommunen verhindern, Seenotretter sind empört. Die Baggerung soll im November beginnen.


Darß Neuer Wirbel um den Nothafen Darßer Ort: Der Sand, der derzeit die Zufahrt verstopft, soll in den Nothafen verklappt werden. In der vergangenen Woche wurde das Hafenbecken schon einmal vermessen — und zwar im Hinblick auf das Volumen. Das bestätigte Holger Brydda. Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund sagte, die Arbeiten seien im Auftrag der Landesregierung erfolgt. Dass der weggebaggerte Sand in dem Nothafen verklappt werden soll, mochte Brydda nicht ausschließen, in der Baggerung habe sein Amt zum Glück keine Aktien mehr.

Sollte die Idee des WWF Wirklichkeit werden, sei das der Sargnagel für den Nothafen, fürchtet Brydda. Zwar solle eine Wende- und Anlegemöglichkeit für den Rettungskreuzer „Theo Fischer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger erhalten bleiben, aber Segler könnten dann auch in prekären Situationen den Nothafen Darßer Ort nicht mehr anlaufen. Außerdem: „Es ist doch komplett irre, dass der Nothafen, der früher ausgebaggert wurde, jetzt mit Steuergeld wieder zugekippt werden soll.“ Die jüngst erhobenen Messdaten jedenfalls werden in dieser Woche ausgewertet, sagt Holger Brydda.

Seitens des WWF, dem Betreiber des Nothafens, wird diese Variante als Druckmittel auf die betroffenen Kommunen angesehen. Sollte nämlich die Zufahrt zum Nothafen wieder frei sein, könnten sich die Gemeinden erst einmal zurücklehnen. Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund, empfindet, dass seitens der Kommunen auf Zeit gespielt werde. Dieses Spiel würde mit dem Verklappen von Sand in dem Hafen unterbunden. Angesichts teilweise heftiger Reaktionen nach Unfällen auf See sollte der Seenotrettungskreuzer aber wieder im Nothafen festmachen können. Innerhalb des Umweltschutzverbandes wurde die Lösung diskutiert. Alle Möglichkeiten sollten gut durchdacht und abgeprüft werden. Ob das Baggergut aber wirklich im Nothafen lande, sei noch nicht abschließend entschieden.

Die Seenotretter selbst halten den Vorschlag für „Blödsinn“. Lutz Griesberg fürchtet zum einen, dass der Sand nach und nach in den Hafen rutsche und der Rettungskreuzer „Theo Fischer“ schon wenige Monate nach Baggerung wieder einen Ausweichliegeplatz ansteuern müsse. Außerdem sei niemandem geholfen, wenn das Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zwar wieder in dem Nothafen festmachen könne, die Retter den Darßer Ort nicht mit einem Havaristen im Schlepptau anlaufen könnten. Dass das Baggergut aus der Zufahrt auf der Böschung liegen bleibe, mag der erste Vormann der „Theo Fischer“ nicht glauben. Bei jeder Bewegung rutsche Sand nach. Der Nothafen versande dann sozusagen von innen, prognostiziert Griesberg.

Der Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern, Siegfried Brosowski, hält die vom WWF präferierte Lösung nur als zweitbeste Variante. Brosowski würde am liebsten jegliche Baggerung vor dem Darß verhindern. Die nun diskutierte Variante zeige aber eins: Nun ist Schluss mit Lustig. Es wäre auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Denn wenn es somit die wirklich letzte Baggerung in dem hochsensiblen Bereich sei, habe er keine Einwände dagegen, so der Amtsleiter. Schließlich werde der Sand aus der Hafenzufahrt nicht irgendwo in der Prerower Bucht verklappt und damit dem Kreislauf entzogen. Auf jeden Fall werde das Ziel erreicht, aus dem heutigen Nothafen wieder einen Strandsee entstehen zu lassen — so wie es früher einmal gewesen sei.

Das Verkehrsministerium indes „prüft derzeit alle technisch denkbaren Möglichkeiten, Baggergut aus der Hafenzufahrt im Hafengewässer verklappen zu können“, heißt es von Pressesprecherin Julia Hasse.

Wichtigstes Ziel sei es, den Seenotrettungskreuzer vorübergehend wieder im Nothafen Darßer Ort zu stationieren. Es werde sichergestellt, dass die Baggerung im November beginnen könne, heißt es von der Ministeriumssprecherin. In der Antwort einer kleinen Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Gino Leonhard von Anfang September hieß es noch, das Baggergut werde nordöstlich der Prerowbank verklappt. Den Zuschlag für die Baggerung der Hafenzufahrt hatte die Peter Madsen Rederi aus Dänemark erhalten.

TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 29.08.2009

Prerow fürchtet Defizite bei Hafenbetrieb

Während zweier Runden ging es in dieser Woche um den Hafenneubau. Wie ein kostendeckender Betrieb erfolgen soll, ist noch ungeklärt.

Prerow In Prerow geistert die Angst, mit dem Bau des neuen Sportboothafens den Schwarzen Peter vom Land zugesteckt zu bekommen. Denn ein kostendeckender Betrieb des Hafens ist mit dem bislang vorliegenden Zahlenmaterial „überhaupt nicht zu erkennen“, sagt Bürgermeister Andreas Meller. In dieser Frage will sich die Gemeinde später nicht in die Pflicht nehmen lassen.

Die erheblichen Bedenken seitens der Darßkommune konnten auch bei zwei Treffen mit Vertretern von Wirtschafts- und Verkehrsministerium nicht aus dem Weg geräumt werden. Vor allem während einer großen Runde am Mittwoch, da saßen auch Planer mit am Tisch, wurden die Zweifel der Kommune am wirtschaftlichen Betrieb des neuen Hafens genannt. Die Kommune sei bereit, das Land wolle fördern, so die Bilanz Mellers. Doch die für die Gemeinde wichtigste Hürde des kostendeckenden Betriebs des Hafens ist noch längst nicht übersprungen.

Meller gibt sich in dieser Frage betont entspannt. Als Unternehmer sei er gewohnt, sich nach Zahlen zu richten. Unterm Strich müsse mit dem Hafenbau in Prerow für die Gemeinde ein deutliches Plus herauskommen. Der Hafen, so die Forderung Mellers, müsse Prerow in allen Belangen nützen.

Wenn auch Zeit für die Kommune nicht die entscheidende Rolle spielt, wie es der Bürgermeister Prerows formuliert, sollten die Planungen nicht ins Stocken geraten. Kurzfristig erhält die Gemeinde die bis dato vorliegenden Unterlagen zur Hafenplanung. Dazu gehören dann auch technische Zahlen sowie Kalkulationen für den Betrieb des neuen Hafens. Zwei Wochen lang wird das dicke Paket studiert, dann will die Gemeinde wissen, wie lange eine intensive Prüfung in Kooperation mit Experten dauern soll.

Gerade die Kalkulation für den Betrieb will Andreas Meller intensiv hinterfragen. Denn in Prerow ist die Furcht vor möglichen Änderungen der Planungen groß. Beschlossen wurde, einen Sportbootetappenhafen mit maximal 250 Liegeplätzen und Platz für Fischer, Seenotretter, die DLRG und eine Anlegemöglichkeit für Ausflugsschiffe zu schaffen. Befürchtet wird, dass für einen wirtschaftlichen Betrieb aber 400 oder mehr Liegeplätze entstehen könnten. Auch wird der Bau angegliederter Ferienwohnungen oder eines Hotels befürchtet. Das jedoch ist laut Beschluss der vorigen Gemeindevertretung ebenso ausgeschlossen wie der Ausbau des Hafens zu einem Wirtschaftshafen — etwa zur Unterhaltung der geplanten Windenergie-Parks vor den Küsten.

TIMO RICHTER


OZ/LOKAL/RIB vom 17.07.2009 08:28

Immer mehr Sand vor dem Not-Hafen

112 000 Kubikmeter Sand wurden seit 1994 aus der Zufahrt zum Nothafen geholt. Allein bei der vorerst letzten Aktion waren es 23 000 Kubikmeter. Mehr als doppelt soviel verstopft derzeit die Hafenzufahrt.

Born In der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort lagert sich immer mehr Sand ab. Während der letzten Baggerung im Jahr 2005 wurden nach Angaben von Siegfried Brosowski 23 000 Kubikmeter Sand herausgeholt — die bis dato größte Menge Baggergut. Der Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern geht nach einem Studium aktueller Luftaufnahmen des Bereichs davon aus, dass mit der bevorstehenden Baggerung mehr als 50 000 Kubikmeter Sand aus der Zufahrt entnommen werden müssten. Derzeit laufe die Ausschreibung für die Maßnahme. Für diese werden durch die Landesregierung rund 600 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Seit 1994 wurden insgesamt 112 000 Kubikmeter Sand aus der Zufahrt in der Kernzone I des Nationalparks weggebaggert — mit zunehmender Menge. Davor sei auch die frühere NVA nicht untätig gewesen. Was das Militär da herausgeholt habe, könne er nicht einschätzen. Rund 2,3 Millionen Euro hätten die Baggerungen ab 1994 zusammengerechnet gekostet. Einst wurden diese Kosten vom Bund getragen. Der zog sich zurück und übertrug die Last auf das Land. Die Kosten für die bislang letzte Baggerung teilten sich jedenfalls Bund und Land.

Was allerdings der Küstendynamik mit den Baggerungen angetan worden sei, lasse sich laut Siegfried Brosowski nicht beziffern. Und, das geht an die Adresse mancher Leserbriefautoren im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um einen Ankerplatz für das Rettungsboot „Sturmvogel“ im Bereich der Hafenzufahrt: Der Landbildungsprozess spiele sich eben nicht nur weit entfernt von der Hafenzufahrt ab. Überhaupt, kritisiert Brosowski einige Verfasser: Sie würden wider besseren Wissens verschiedene Dinge falsch darstellen, indem sie beispielsweise einen Landbildungsprozess vor dem Hafen negierten.

Die Ablehnung eines Ankerplatzes im Bereich der Hafenzufahrt habe er sich nicht leicht gemacht, sagte der Amtsleiter. Gleich in dreifacher Hinsicht sei er aber gezwungen, so zu handeln. So sei die Zufahrt zum Nothafen am 15. März 2007 aufgrund starker Versandung gesperrt worden. Leitfeuer und Tonnen wurden abgeschaltet, eingesandete Tonnen später sogar entfernt. Diese schifffahrtspolizeiliche Sperrung könne das Nationalparkamt nicht einfach wieder aufheben. Außerdem: In der Kernzone I ist so gut wie nichts erlaubt. Darin einen Ankerplatz zu tolerieren, falle darunter. In Notfällen dürften die Wasserretter selbstverständlich in die Kernzone hineinfahren. Und schließlich könne das Nationalparkamt die geltende Befahrensregelung des Bundes nicht einfach ignorieren.

Ausdrücklich begrüßt Brosowski den Kompromissvorschlag aus dem Landwirtschaftsministerium, der „Sturmvogel“ im Bereich des Regenbogen-Camps eine Ankermöglichkeit einzuräumen. Unterstützung würde die DLRG auch vom Campingplatzbetreiber erfahren.

Schon im vergangenen Jahr wurde die „Sturmvogel“ außer Dienst gestellt, weil das große Rettungsboot den Liegeplatz im Nothafen nicht anlaufen konnte. Schon damals sprang der Campingplatzbetreiber in die Bresche, bot beispielsweise den Traktor an, um die „Sturmvogel“ regelmäßig zu trailern. Einen solchen Trailer für die „Sturmvogel“ besitzt die DLRG allerdings nicht.

Das motorisierte Rettungsboot ist derzeit wieder im Einsatz. Über Nacht ankert die „Sturmvogel“ vorm Regenbogen-Camp an der Surfschule, sagte Wachleiter Christian Voß. Bei starkem Nordwind wird das Boot nach Barth ins Winterlager überführt, dafür dann kurzfristig abgemeldet.


TIMO RICHTER


/OZ/LOKAL/RIB vom 30.06.2009 12:00

Neue Runde in Debatte um Nothafen eröffnet

Die Auseinandersetzung der Nationalparkverwaltung und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft facht die Diskussion um den Nothafen an.

Prerow Von Unverständnis bis zu Fassungslosigkeit reichen die Reaktionen nach der Berichterstattung über die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die ins Visier des Nationalparkamtes geraten ist. Seitens der Nationalparkverwaltung wurde den Prerower Wasserrettern eine Anzeige angedroht, sollten die ihr Rettungsboot „Sturmvogel“ weiterhin im Bereich der versandeten Zufahrt zum inzwischen geschlossenen Nothafen Darßer Ort über Nacht ankern. Die Wasserretter hatten dort einen Ankerplatz eingerichtet, weil sie ihren Liegeplatz im Nothafen nicht mehr ansteuern konnten. Ankern ist in dem Bereich aber untersagt, weil er sich im Bereich der Kernzone 1 des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft befindet.

Seenotretter Bernd Wittkowski, der sich in der Diskussion um den Nothafen und die immer noch nicht erfolgte Baggerung der Zufahrt mehrfach mit scharfen Worten meldete, fragt sich, ob in Mecklenburg-Vorpommern, das ja Urlaubs- und Wassersportland Nummer eins werden will, Umweltschutz vor der Rettung von Menschenleben geht. Er erinnert an vollmundige Aussagen seitens der Politik zur Bedeutung des Ehrenamtes. Jetzt sollten die Leute von der DLRG, die ihren Job „das Retten von Menschenleben“ in ihrer Freizeit ausübten auf Toleranz seitens des Nationalparkamtes hoffen. Auch die erst für den Herbst vorgesehene Baggerung der Zufahrt kritisiert Wittkowski. Im Herbst sei die Saison vorbei.

Ähnlich wird das auch anderswo gesehen. Seitens der DLRG beispielsweise wurde schon früher kritisiert, dass durch Herbst- und Winterstürme die gerade erst freigemachte Zufahrt zum Nothafen bis zur Saison im kommenden Jahr schon wieder unpassierbar sein könnte. Außerdem, heißt es in Leserzuschriften, würden die Kosten für eine Baggerung der Zufahrt mit jedem Tag Warten weiter steigen.

Regelmäßige Prerow-Urlauber sehen in einem neuerlichen Betrieb des Nothafens weniger schädliche Einflüsse auf den Nationalpark als die Unruhe, die der neu geplante Sportboothafen mit sich bringe. Zudem liege dieser Hafen nur wenige hundert Meter vom im Sommer vollgepfropften Campingplatz entfernt. Keiner mache den Nationalpark streitig, aber mit dem Nothafen kämen große Widersprüche auf. Es entspreche keiner Logik, den Hafen zu schließen. Die regelmäßig nach Prerow reisenden Urlauber aus Berlin sehen den Nothafen Darßer Ort als unschlagbar im Vergleich der Kosten für den Hafenneubau an. Das Thema, so die übereinstimmende Einschätzung von verschiedenen Seiten, sei noch längst nicht vom Tisch.

Heute wollen sich Vertreter von DLRG und der Gemeinde Prerow mit der Nationalparkverwaltung zusammensetzen, um über eine Lösung für das Rettungsboot „Sturmvogel“ zu beraten. Das Rettungsboot lag jüngst in dem Nothafen. Acht kräftige Männer waren erforderlich, um den „Sturmvogel“ nach dem heftigen Wind wieder in die Ostsee zu bekommen.


TIMO RICHTER


OZ/LOKAL/RIB vom 23.06.2009 12:00

In Prerow wird weiter abgestimmt

Im schmucken Ostseebad Prerow stehen die Bürger wieder vor der Wahl. Diesmal geht es nicht um die Besetzung der Gemeindevertretung beziehungsweise darum, wer Bürgermeister werden soll. In diesem Fall geht es um den Hafen, der östlich der Seebrücke geplant wird.

Schon seit längerer Zeit — seit fast einem Jahr — kursieren in Prerow Unterschriftenlisten, auf denen sich Gegner des Projektes eintragen können. In einigen Geschäften, aber auch kulturellen Einrichtungen können sich die Unterzeichner mit ihrer Unterschrift gegen den Bau eines Hafens am Prerower Nordstrand aussprechen. Aufgelegt wurde die Unterschriftenliste seinerzeit von der Initiative Erhalt Prerower Strand und Dünenwald. Bis jetzt sind nach Zählungen der Initiative rund 11 500 Unterschriften gegen den Hafenbau geleistet worden. Anders als bei den Kommunalwahlen braucht bei solch einem „Voting“ keine Möglichkeit für eine andere Einschätzung gegeben werden.

Nach der Kommunalwahl, die die Sitzverteilung innerhalb der Gemeindevertretung verändert hat, sind auch die Befürworter des Hafenprojektes auf den Trichter gekommen, fleißig Stimmen zu sammeln. Das geht ganz einfach auf der Internetseite www.darsserhafen.de, einer Seite der Fraktion Rettet Prerow. Dort kann sich jeder an der Abstimmung beteiligen. Bis gestern Nachmittag, kurz nach 17 Uhr, wurden schon knapp 1000 Stimmen für den Sportboothafen abgegeben.

Kritiker der Unterschriftenlistenaktion bemängelten, dass ja auch Urlauber mitmachen könnten. Oder dass gleich mehrfach unterschrieben werden könne. Diese Bedenken sollten dann aber auch den Initiatoren der Internet-Meinungsbekundung zugetragen werden. Dort müssen zur Stimmabgabe die Felder Name und Wohnort ausgefüllt werden. Das Zählwerk akzeptiert aber auch Votings von Herrn oder Frau „a“ aus „b“ und umgekehrt. Sicher ist jedenfalls weiterhin: Die Ansichten zum Vorhaben sind konträr. TRI



/OZ/MANTEL/MV vom 29.04.2009 00:00

Land lässt Nothafen für 600 000 Euro ausbaggern

Darßer Ort noch in diesem Sommer erneut ausgebaggert werden. Nach langer Diskussion gab das Regierungskabinett gestern dafür grünes Licht. „Die Stationierung eines Seenotrettungskreuzers in der Nähe des Darßer Ortes ist nötig, um die stark befahrene Kadetrinne zur Rettung Schiffbrüchiger schnellstmöglich erreichen zu können“, erklärte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD). Der Nothafen solle aber nicht dauerhaft betrieben werden, da er in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft liegt.

Im benachbarten Ort Prerow ist ein Sportboothafen als Ersatz geplant, dort soll künftig der Seenotrettungskreuzer liegen. Die Finanzierung sei gesichert, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) laut Pressemitteilung. Es sollen 250 Plätze für Freizeit-Skipper sowie Liegeplätze für einheimische Fischerboote entstehen.

Ende März hatte ein 51-Jähriger bei einer Angeltour auf der Ostsee einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. Ein von Warnemünde kommender Seenotkreuzer hatte den Kutter nördlich des Darß zu spät erreicht und dem Mann nicht mehr helfen können. Der Fall hatte die Diskussion um die Schließung des Nothafens neu entfacht. Die Ausbaggerung der Zufahrt soll rund 600 000 Euro kosten.



/OZ/MANTEL/MV vom 01.04.2009 00:00

Toter Angler vor dem Darß: Hubschrauber war nur zufällig da

Rostock (OZ/gkw) (OZ/gkw) Der Tod eines Anglers am vergangenen Wochenende auf der Ostsee vor dem Darß wirft weitere Fragen nach der Zuverlässigkeit der Rettungskette auf. Ein 51-jähriger Berliner war Sonnabend auf einem Angelkutter an einem Herzinfarkt gestorben (OZ berichtete). Weil im versandeten Nothafen Darßer Ort kein Rettungsschiff mehr stationiert ist, übernahm ein Hubschrauber der Kieler Marine-Einsatzstaffel die Erstversorgung. „Warum ist nicht der Rettungshubschrauber aus Rostock gestartet?“, fragten Leser bei der OZ nach.

„Der Hubschrauber befand sich auf einem Übungsflug in der Nähe“, schilderte gestern ein Marine-Sprecher in Glücksburg auf Nachfrage den Ablauf. Die Besatzung landete im Schnellboote-Stützpunkt Rostock-Hohe Düne und nahm einen Notarzt auf. Eine Stunde nach dem Notruf wurden Arzt und Rettungsassistent per Seilwinde auf den Kutter abgewinscht. Der Angler war da bereits tot, Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Laut Marine gibt es in Hohe Düne keinen ständig stationierten Rettungshubschrauber mehr. Die Staffel wurde vor zwei Jahren in Kiel zusammengezogen. Die anderen Standorte Hohe Düne und Helgoland werden nur noch bei Bedarf besetzt – etwa, wenn sich ein Sturm auf der Ostsee ankündigt, der Schiffe in Seenot bringen könnte. Ein anderer Rettungshubschrauber der Bundeswehr ist in Laage stationiert. Der ist aber nicht für Seerettung ausgelegt. Gründe für die Verlegung nach Kiel sind fehlendes Personal und technische Probleme bei den 21 mehr als drei Jahrzehnte alten Hubschraubern, beklagen Marineangehörige. Seit Jahren wird ergebnislos über die Anschaffung neuer Fluggeräte debattiert.

Dass erst kein Arzt an Bord war, sei nicht ungewöhnlich. Bei einem Übungsflug ist das normal, sagte der Sprecher. Ab 2012 wird der Rettungsweg noch länger: Dann wird die gesamte Kieler Staffel nach Cuxhaven verlegt.



/OZ/MANTEL/MV vom 31.03.2009 00:00

Darßer Nothafen wird ausgebaggert

Nach dem tragischen Tod eines Anglers am Wochenende ist die Debatte um die Marina im Nationalpark neu entbrannt.

Schwerin/Prerow (dpa/OZ) Im Sommer wird die Fahrrinne zum Darßer Nothafen wieder befahrbar sein. Das bestätigte gestern Julia Hasse vom Schweriner Verkehrsministerium. „Wir haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen“, so die Sprecherin. Bereits im Dezember 2007 wurde vom Landtag ein Beschluss über das letztmalige Ausbaggern der Anfahrtsrinne verabschiedet. Dieser sieht das Vertiefen der Rinne erst vor, wenn die Investition in einen neuen Hafen gesichert ist. Bei einer Angeltour auf der Ostsee hatte am Samstag ein 51 Jahre alter Mann einen Herzinfarkt erlitten und war gestorben. Der von Warnemünde kommende Seenotkreuzer „Stephan Jantzen“ hatte den Kutter nördlich des Darß erst nach einer Stunde erreicht. Auch der in Barhöft stationierte Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ brauchte über eineinhalb Stunden. „Hätten wir am Darßer Ort gelegen, wären wir in 30 Minuten am Unfallort gewesen“, sagt Seenotretter Lutz Griesberg. Dem Mann konnte nicht mehr geholfen werden. Viele Jahre war der Seenotkreuzer an der Nordspitze des Darß stationiert. Umweltschützer hatten immer wieder auf die Schließung des Hafenbeckens gedrängt, dessen Freihaltung wegen der starken Strömung zudem sehr aufwendig ist. Ein neuer Hafen ist nach langen Diskussionen im nahe gelegenen Prerow geplant, dort soll auch der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ liegen. Darüber, dass die Zufahrt zum Hafen nicht schon früher ausgebaggert wurde, ist Gino Leonhard, Landtagsabgeordneter der FDP, verärgert. „In Landtagsdebatten habe ich immer wieder darauf hingewiesen.“ Nichts sei passiert. Die Gründe bleiben im Dunkeln. Finanzieller Natur, so meint Leonhard, können sie nicht sein. Immerhin seien 17 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium für den Bau eines neuen Hafens in Prerow im November 2008 zugesichert worden. Eine einmalige Ausbaggerung würde 150 000 Euro kosten. „Dass wir die Finanzierung des neuen Hafens als gesichert ansehen, haben wir dem Verkehrsministerium letzte Woche mitgeteilt“, sagt Gerd Lange, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums. Prerows Bürgermeister Hans-Joachim Schumann stellte gestern die grundsätzliche Frage, ob „die rigorose Verfolgung ökologischer Ziele mitverantwortlich für diesen tragischen Vorgang“ ist. „Ich habe in vielen Schreiben und Gesprächen mit den Landesministerien, den Landespolitikern und mehreren Ministern immer wieder auf die Sicherheitsmängel hingewiesen.“ Mathias Löttge, Präsident der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Mecklenburg-Vorpommern, forderte die „umgehende“ Freilegung der Fahrrinne, damit dort vorübergehend wieder ein Rettungskreuzer stationiert werden könne.

IRIS LANGER